Die Entdeckung der Röntgenstrahlung

An einem späten Freitagabend, der heute genau 115 Jahre zurückliegt, wurde am Physikalischen Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzberg eine Entdeckung gemacht, die die Wissenschaft revolutionieren sollte. Eine Entdeckung, die sowohl Physik, als auch Chemie und besonders Medizin entscheidend prägen sollte: die Röntgenstrahlung.

Wilhelm Conrad Röntgen - der Entdecker der Röntgenstrahlung

Benannt wurde sie nach ihrem Entdecker, dem deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen (*27. März 1845). Dieser war – entgegen der weit verbreiteten Meinung allerdings nicht der Erste, der die Röntgenstrahlung beobachtete, schon in den 1880er Jahren experimentierten andere Wissenschaftler mit der Strahlung, ohne allerdings ihre Bedeutung zu erkennen und publik zu machen. Erst Röntgen erkannte den bahnbrechenden Fortschritt, den er mit dieser Entdeckung gemacht hatte, und veröffentlichte schon wenige Wochen später eine wissenschaftliche Arbeit, die er mit der Röntgenaufnahme der Hand seiner Frau garnierte. In einem Akt von Selbstlosigkeit verzichtete er auf eine Patentierung des Röntgenapparates – und ermöglichte so dessen schnelle Verbreitung und Benutzung besonders im medizinischen Bereich. 1901 erhielt er für seinen Erfolg schließlich den ersten Nobelpreis für Physik.

Die Entdeckung der von Röntgen auch X-Strahlen getauften Strahlung war allerdings eher zufällig: Bei einem Experiment mit einer Kathodenstrahlröhre begann ein speziell beschichtetes Papier zu leuchten – selbst als er es mit einer dicken schwarzen Pappe umhüllte. Schnell wurde dem Wissenschaftler die immense Bedeutung der Entdeckung bewusst, und so schrieb er bis zum folgenden Januar mehrere wissenschaftliche Arbeiten, die in verschiedenen Sprachen erschienen.

Es war eine zufällige Entdeckung – doch selbst heute noch hat sie für uns eine große Bedeutung: Ohne sie hätten weder Henri Becquerel, Marie und Pierre Curie, alle drei ebenfalls mit dem Nobelpreis für Physik geehrt, die Radioaktivität entdecken können, noch hätte die Medizin von ihr profitieren können, wie sie es bis heute tut. Das Röntgen im medizinischen Sinne ist die wohl wichtigste Anwendung der vor 115 Jahren entdeckten Strahlung: In Form von Röntgen, aber auch Computertomographien ist sie weit verbreitet, aber auch als Strahlentherapie, mit der man Krebserkrankungen heilen kann.

Wie fast jede wissenschaftliche Erfindung war auch die Röntgenstrahlung nicht frei von Kritik, denn die Strahlung kann, wie man erst viel später erkannte, den Organismus eines Lebewesens stark beschädigen, bis hin zum Krebs. Nicht nur bei den medizinischen Röntgenaufnahmen, auch im militärischen Bereich traten solche Fälle auf, hier vor allem durch die Strahlung von ungeschützten Radarschirmen. Dieses Problem jedoch konnte immer weiter eingeschränkt werden, durch einen sensiblen Umgang und schonende Technik ließ sich die Strahlungsbelastung deutlich zurückfahren.

Insgesamt jedoch überwiegen die positiven Folgen von Wilhelm Conrad Röntgens bahnbrechender Entdeckung, die Revolution in Medizin und Forschung hat unsere Gesellschaft bis heute geprägt.

Das Biest

P.S: Auch wenn man es nicht glauben mag – man kann Röntgenstrahlung tatsächlich sehen! Schon kurz nach der Entdeckung Ende des 19. Jahrhunderts beobachteten Forscher in einem abgedunkelten Raum einen schwachen graublauen Schimmer, der von den Röhren ausging. Wie man sie sehen kann, weiß allerdings niemand so genau, weil derartige Experimente mittlerweile als zu riskant gelten.

Röntgenaufnahme der Hand eines zehnjährigen Jungens - wer genau hinschaut, erkennt, was seine Polydaktilie genannte Krankheit ausmacht

 

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